Die Rolle von MTAP/MTA im malignen Melanom

Das Enzym Methylthioadenosinphosphorylase (MTAP) ist ubiquitär im gesunden Gewebe vorhanden. Die Funktion dieses Enzyms ist die katalytische Spaltung von 5’-Desoxy-5’-Methylthioadenosin (MTA) in Adenin und 5΄-Methylthioribose-1-Phosphat. Weiter spielt diese Phosphorylase auch eine wichtige Rolle im Polyamin-Metabolismus. In vielen Tumorarten ist MTAP in seiner Expression stark herunterreguliert. Wir konnten in unserer Arbeitsgruppe zeigen, dass dies im HCC (hepatozelluläres Karzinom) und im malignen Melanom auf Promoter-Hypermethylierung zurückzuführen ist. Als Folge dieser verminderten MTAP-Expression akkumuliert MTA sowohl extra- als auch intrazellulär. Weitere Studien ergaben, dass die MTAP-Expression einen Einfluss auf das invasive Potenzial der Tumorzellen hat und damit auch zur Metastasierung des malignen Melanoms beitragen kann. Der Verlust von MTAP könnte Auswirkungen auf therapeutische Ansätze bei Melanompatienten haben. In der Therapie des malignen Melanoms wird seit längerer Zeit in großen Studien Interferon getestet. Es gibt Hinweise, wonach die Expression von MTAP für den Erfolg dieses Therapieansatzes wichtig ist.

Die weiteren Auswirkungen des MTAP-Verlustes und der Akkumulation von MTA sind noch weitgehend unerforscht. Um die Konsequenzen dieses Expressionsverlusts besser verstehen zu können, wird auch die regulatorische Funktion von MTAP näher beleuchtet.

 

Abb. 1: Der MTA-Metabolismus ist im Normalgewebe essentiell, da er auf verschiedene zelluläre Funktionen Einfluss hat. Durch die Verknüpfung mit dem Methionin- und Polyamin-Metabolismus werden wichtige Stoffwechselprodukte bereitgestellt. Weiter beeinflusst der MTA-Kreislauf wichtige zelluläre Prozesse wie die Proliferation und im Tumorgewebe die Invasion von Tumorzellen.

Forschungsschwerpunkt: Malignes Melanom

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